Aukapelle

Am Höhenwanderweg von Nankendorf nach Waischenfeld steht auf dem Auberg eine alte geschichtsträchtige Marienkapelle. Sie wird im Volksmund als „Aukapelle“ bezeichnet. In diesem Beitrag sind unter anderem Textausschnitte und Zeichnungen aus der Festschrift von Kurt Neuner zur 250-Jahrfeier der Pfarrkirche von Nankendorf St. Martinus aus dem Jahre 1998 enthalten. Aktuelle Bilder und Daten sind ergänzend hinzugefügt worden.

Titel-Abbildung 1: Die Nankendorfer Aukapelle im Jahr 2008 – Quelle: Fotograf Johannes Sebald

Gesicherte Erkenntnisse über das Alter dieser Kapelle liegen nicht vor. Der Waischenfelder Heimatforscher Dr. Michael Hofmann will erstmals in einer Skizze aus dem Jahr 1718 die Existenz der Kapelle erkannt haben. Eine alte Jagdkarte ebenfalls aus dieser Zeit unterstreicht diese Darstellung.

Auf der größeren Glocke kann man erkennen, dass sie aus dem Jahr 1849 stammt und in Bamberg von Linhard & Schühlner gegossen wurde. Unterlagen aus dem Pfarreiarchiv zeugen von einer Kapellenstiftung, mindestens aus dem Jahr 1876.

1927 anlässlich der Ernennung von Nankendorf zur Kuratie, wurde der Kapellenvorbau und der Dachreiter errichtet. Initiator war damals der Nankendorfer Brauereibesitzer Polster.

Mittelpunkt der Kapelle ist ein Barockaltar mit einem Gemälde von Jacob Adam Link aus dem Jahr 1815. Es zeigt die Mutter Gottes mit dem Jesukind und wurde nach einer Vorlage des bekannten Künstlers Lucas Cranach gemalt. Votivgaben wie Bilder, Wachspuppen unter anderem deuten auf die Vergangenheit hin und sind sicheres Zeugnis dafür, das es sich zumindest innerhalb der damaligen Pfarrei Nankendorf um eine bedeutende Wallfahrtskapelle handelte. Noch aus der Zeit des zweiten Weltkrieges in den Jahren 1943 und 1944, hängen Dankschreiben für die Hilfe der Mutter Gottes in der Kapelle.

Bereits im Jahr 1989 hatte die Oberaisfelder Kunstmalerin Eva Thiele das alte Ölgemälde der Gottesmutter in zeitraubender Feinarbeit wieder hergestellt und konserviert. Die Nankendorfer Bürger, allen voran die Familie Neubauer, deckten das Dach komplett neu ein und brachten eine Wasserrinne an. Der Dachreiter wurde mit Kupferblech verkleidet, die Eingangstüre und die Kniebank wurden hergerichtet. Anstelle des alten Holzgitters wurde die Abtrennung des alten Altars durch ein schmiedeeisernes Gitter ersetzt. Die Kapelle wurde innen und außen neu verputzt und weiß gestrichen. Die alten angemorschten Trägerpfosten wurden durch neue Säulen zur Stützung des Vordaches ersetzt. Um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen, wurde rund um die Kapelle eine Drainage verlegt. Auch die Votivgaben und die anderen Einrichtungsgegenstände wurden soweit möglich repariert und überholt.

Im Jahr 1992 wurde mit einem Kostenaufwand von circa 15.000 DM eine Generalrenovierung der gesamten Kapelle durchgeführt. Durch einen Hauslistensammlung wurden 6.210 DM an Spenden eingenommen. Der restliche Finanzbedarf konnte mit öffentlichen Zuschüssen abgedeckt werden.

Nach Fertigstellung der notwendigen Renovierungsarbeiten segnete Pfarrer Schrauder die Kapelle und die anschließende Andacht wurde von der Nankendorfer Blasmusik umrahmt.

Heute noch werden Maiandachten auf der Aukapelle abgehalten und die jährliche Wallfahrt am Palmsonntag beginnt mit der Weihung der Palmkätchen auf der Aukapelle und dem anschließenden Zug zur Pfarrkirche St. Martinus Kirche.

Quelle: Kurt Neuner Festschrift zur 250-Jahrfeier der Pfarrkirche von Nankendorf St. Martinus 1998

Abbildung 2: Mittelalterliche Zeichnung von Nankendorf aus dem Jahre 1718 – Quelle: Kurt Neuner Festschrift zur 250-Jahrfeier der Pfarrkirche von Nankendorf St. Martinus 1998